HPU/KPU - Naturheilpraxis Britta Pusch

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Hämopyrrollaktamurie (HPU)/Kryptopyrrolurie (KPU) – eine unbekannte Stoffwechselstörung
Wenn Beschwerden wie Erschöpfung, depressive Verstimmungen, eine verminderte Stresstoleranz, Migräne, Schilddrüsenstörungen, Autoimmunerkrankungen, Allergien oder Muskelschmerzen auftreten, kann dies vielerlei Ursachen haben.
Auf jeden Fall lohnt sich auch der Blick auf eine Stoffwechselstörung, die relativ unbekannt ist – die Hämopyrrollaktamurie oder kurz HPU bzw. Kryptopyrrolurie (KPU).
Die HPU/KPU ist keine Erkrankung, sondern vielmehr eine Stoffwechselstörung, bei der die Synthese von Häm gestört bzw. eingeschränkt ist.
Häm ist eine komplexe chemische Verbindung, die in vielen Enzymen und Proteinen unseres Körpers eine zentrale Rolle spielt, und dafür sorgt, dass eben diese Enzyme und Proteine ihre Aufgaben einwandfrei verrichten können.
Steht Häm aber aufgrund falscher Bauweise nur in verminderter Menge zur Verfügung, leiden sämtliche, davon abhängige Stoffwechsel- und Entgiftungsvorgänge in unserem Körper. Darüber hinaus führt der vermehrte Anfall „fehlerhaften“ Häms bei seinem Abbau zu einer toxischen Belastung in unserem Körper, die er nur unter hohem Verbrauch von Mikronährstoffen korrigieren kann.
Die HPU/KPU ist daher durch eine verminderte Stoffwechsel- und Entgiftungsleistung gekennzeichnet und führt darüber hinaus zu einem Verlust von Mikronährstoffen. Insgesamt kann dies zu verschiedensten Beschwerden führen, die sich sowohl körperlich wie auch psychisch äußern.
Wer kann betroffen sein und was sind die Ursachen für HPU/KPU?
Man geht davon aus, dass etwa 10% der Frauen und 1% der Männer von dieser Stoffwechselstörung betroffen sind. Obwohl sie relativ häufig vorkommt, wird sie immer noch sehr selten diagnostiziert.
Ein HPU/KPU kann ererbt werden, aber auch durch Gifte (Umweltgifte, Schwermetalle, u. ä.), Traumata der Halswirbelsäule, Stress, Infektionserkrankungen u. v. m. erworben sein.
Wieso ist das „Häm“ so wichtig für unseren Körper?
Häm ist ein eisen-abhängiger Komplex, der an unzähligen Stoffwechselvorgängen unseres Körpers beteiligt ist. Häm-abhängig sind unter anderem:
  • die Entgiftung der Leber, da Häm ein Bestandteil der Enzymfamilie Cytochrom 450 ist, die u. a. in der Leber vorkommt und dort an der Entgiftung beteiligt ist.
  • die Versorgung unserer Organe und Muskulatur mit Sauerstoff, da Häm Bestandteil von Hämoglobin (transportiert den Sauerstoff zu den Zellen) und Myoglobin (bindet in der Muskulatur den Sauerstoff) ist.
  • die Produktion von Energie in unseren Mitochondrien (Kraftwerke). Hierzu wird in der inneren Membran der Mitochondrien das ATP (Adenosintriphosphat) gebildet. Enzyme wie Cytochrom P und Katalase, die maßgeblich an der Energiegewinnung beteiligt sind, sind ohne Häm nicht  gut funktionsfähig.
  • die Synthese von Schilddrüsenhormonen, Steroidhormonen (u. a. Geschlechtshormone, Stresshormone), Vitamin D, Cholesterin, Gallensäuren.
  • der Stoffwechsel von Tryptophan (Ausgangssubstanz von Serotonin und Melatonin) sowie Serotonin.
Was bedeutet eine gestörte Häm-Synthese für den Körper?
Durch eine gestörte Häm-Synthese kommt es teilweise zum fehlerhaften Zusammenbau von Häm, so dass dem Körper eine geringere Menge funktionstüchtigen Häms zur Verfügung steht. Dies behindert die Stoffwechselvorgänge, die eben Häm-abhängig sind, und führt somit zu unterschiedlichsten Schwierigkeiten, wie
  • schlechte Entgiftungsleistung des Körpers
  • mangelnde Sauerstoffversorgung der Zellen und der Muskulatur
  • Energiemangel in den Zellen
  • Mangel an wichtigen Stoffen wie z. B. Hormone im Körper.
Aber dies ist nicht die einzige Problem bei der HPU/KPU.
Die Bildung von Häm geschieht über mehrere biochemische Schritte, bei denen sogenannte Pyrrole entstehen.
Bei einem Menschen mit einer intakten Häm-Synthese werden diese Pyrrole an die Galle abgegeben und über den Stuhl ausgeschieden.
Kommt es allerdings zu einer Störung dieser Häm-Synthese, fallen vermehrt Pyrrole an, die nicht mehr ausschließlich über den Stuhl ausgeschieden werden können.
Die Pyrrole aus der gestörten Häm-Synthese sind aber für unseren Körper giftig und müssen unbedingt ausgeschieden werden. Daher versucht der Körper die überschüssigen Pyrrole über den Urin auszuscheiden.
Der Ausscheidungsweg über die Niere funktioniert aber nur, wenn sich die Pyrrole an „Transporter“ anheften können, die sie über die Nieren aus dem Körper bringen. Solche Transporter sind in diesem Fall aber für den Körper wichtige Nährstoffe wie Vitamin B6, Zink oder Mangan.
Die HPU/KPU ist somit eine Störung, die auf verschiedenen Ebenen zu Problemen führt.
  • durch den Mangel an funktionstüchtigem Häm bzw. dem Bau fehlerhaften Häms kommt es zur Störung zahlreicher Stoffwechsel- und Entgiftungsvorgänge
  • durch den erhöhten Anfall von giftigen Pyrrolen kommt es zu einer Verschärfung der bereits verstärkten Entgiftungsproblematik im Körper
  • durch den Abbau der toxischen Pyrrole über den Urin mittels wichtiger Mikronährstoffe wie Zink, Vitamin B6 und Mangan kommt es zu einem Mangel dieser Nährstoffe. Dieser Mikronährstoff-Mangel führt darüber hinaus zu weiteren Folgeerkrankungen. So wird z. B. zu AD(H)S aufgrund des Mangels besonders von Zink und Vitamin B6 ein Zusammenhang vermutet.
Zu welchen Symptomen kann es im Rahmen einer HPU/KPU möglicherweise kommen?
Die Beschwerden bei HPU/KPU können sehr vielfältig sein und in unterschiedlichsten Ausprägungen auftreten.
  • Schwäche, Abgeschlagenheit, chronische Müdigkeit, Energielosigkeit, Schlafstörungen, schnelle Ermüdbarkeit
  • Reduzierte Stresstoleranz, Stimmungsschwankungen, depressive Verstimmungen, Ängstlichkeit, Aggressivität, Reizbarkeit, Nervosität, Konzentrationsstörungen, Lernschwierigkeiten, schlechtes Kurzzeitgedächtnis, schlechte Traumerinnerung, Kopfschmerzen/Migräne und AD(H)S.
  • Gestörte Entgiftung von Schwermetallen, Medikamenten, Umweltgiften, Alkohol, Chemiestoffen u. v. m.
  • Verdauungsstörungen, Übelkeit, Reizmagen, Sodbrennen, Reflux, Magenbeschwerden, Reizdarm, Blähungen, Verstopfungen, Durchfall, Bauchbeschwerden, Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Gluten-, Laktose-, Fruktose-, Kohlenhydrat- und Histaminunverträglichkeit, Leaky-Gut-Syndrom, Aufnahmestörungen von Mikronährstoffen, Alkoholunverträglichkeit, Gallenprobleme
  • Gewichtsprobleme, Unterzuckerungen, Heißhunger, Glukoseintoleranz, Insulinresistenz, Diabetes mellitus
  • Infektanfälligkeit, häufige Erkältungskrankheiten, wiederkehrende Pilz-und Herpesinfektionen, Autoimmunerkrankungen (z. B. Hashimoto-Thyreoiditis), silent inflammation
  • Hormonstörungen (Schilddrüse, Geschlechtshormone, Stresshormone), Zyklus-, Blutungs-, Libidostörungen, Prämenstruelles Syndrom (PMS), Polyzystisches Ovarial-Syndrom (PCOS), unerfüllter Kinderwunsch, Schwangerschaftserbrechen, Fehlgeburten
  • Muskel- und Bindegewebsschwäche, Gelenkschmerzen, Gelenksteifigkeit, Arthrose/Arthritis, Osteoporose, rheumatische Beschwerden
  • Sehstörungen, Nachtblindheit, Licht- und Geräuschempfindlichkeit, Tinnitus, Schwerhörigkeit
  • Allergien, Heuschnupfen, Geruchsempfindlichkeit, Asthma, Schleimhautentzündungen, Sonnenempfindlichkeit, Neurodermitis, Psoriasis, Entzündungen im Mundraum, Wundheilungsstörungen, Haarausfall, brüchige Nägel
Diagnostik einer HPU/KPU
Die Diagnose einer HPU/KPU erfolgt im Urin durch Nachweis der Pyrrole.
Hierzu wird der erste Morgenurin in einem Spezialröhrchen ins Labor zur Analyse geschickt. Das Spezialtestset bekommen Sie in der Praxis.
In Einzelfällen kann es vorkommen, dass die Morgenwerte des Urins nicht eindeutig sind. Bei diesen Patienten sollte dann ein 24-h-Sammelurin Test durchgeführt werden.
Wenn Sie bereits Vitamin B6 und/oder Zink einnehmen, so müssen Sie beachten, dass Sie sieben Tage vor der Probenentnahme diese Präparate absetzen, da es ansonsten zu einer Verfälschung des Ergebnisses kommen kann.
Sollte der Urintest eine HPU/KPU bestätigen, kann es sinnvoll sein, noch weitere Tests durchzuführen, um zum einen die Ursache für die Stoffwechselstörung wie aber auch weitere Mängel bzw. Folgeerkrankungen festzustellen. Ziel ist es schließlich, eine ganzheitliche, individuell auf das Symptombild abgestellte Therapie zu erarbeiten.
Mögliche Folgediagnostiken können sein:
  • Stuhluntersuchung (Abklärung von Dysbiosen im Darm, Leaky gut, Entzündungen im Darm, Glutenunverträglichkeit, Histaminintoleranz)
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten
  • Mikronährstoffprofil, Schwermetallbelastungen
  • Abklärung Nitrosativer Stress (verschiedene Stressoren können zu einer vermehrten Bildung Stickoxide (NO2) führen. Diese erhöhte Menge wirkt sich u. a. negativ auf die Enzyme aus, die an der mitochondrialen Energiegewinnung beteiligt sind.)
  • Hormondiagnostik im Speichel (Schilddrüsenhormone, Geschlechtshormone, Nebenniereninsuffizienz)
  • Neurotransmitter (Tryptophanstoffwechsel, Kynurenin)
Therapie der HPU/KPU
Die fehlenden Mikronährstoffe und Vitamine durch z. B. Infusionen aufzufüllen, ist sicherlich ein sehr wichtiger Schritt in der Therapie, aber, als alleiniger Schritt, definitiv zu kurz gedacht.
Daher sollte sich die Therapie zur Behandlung der HPU/KPU wesentlich breiter aufstellen.
Die Verbesserung der Entgiftungsleistung des Körpers ist hier ebenfalls ein wichtiger Punkt in der Therapie.
Da, abhängig vom individuellen Beschwerdebild der Patienten, häufig eine Beteiligung des Darms festzustellen ist, sind nicht selten eine Darmsanierung und möglicherweise auch eine Anpassung der Ernährungsgewohnheiten angeraten.
Da HPU/KPU-Betroffene in der Regel eine mitochondriale Funktionsstörung aufweisen, ist es an dieser Stelle ebenfalls sehr wichtig, richtig hinter die Kulissen zu schauen und die Ursache für die Mitochondriopathie zu behandeln.
Bei einer Beteiligung der Hormone an dem vorliegenden Beschwerdebild sind z. B. die Schilddrüse oder Nebennieren entsprechend mitzubehandeln.
Stress ist für viele HPU/KPU-Patienten häufig ein Trigger für eine Verschlimmerung der Symptomatik, da in stressigen Zeiten mehr Pyrrole gebildet werden. Daher ist es sinnvoll, eigene Strategien zu entwickeln, die helfen, dem Stress auch mal die Tür vor der Nase zuzuschlagen. Dies kann durch eine Verbesserung der eigenen Stressresilienz passieren, wie aber auch durch Entspannungstechniken und Ordnungstherapie. Ein gutes Stressmanagement kann hier sehr hilfreich sein.
Für ein Beratungsgespräch in meiner Praxis zum Thema HPU/KPU können Sie mich gerne kontaktieren. Terminvereinbarung telefonisch unter 0202 – 870 66 364 oder per Email: pusch[at]naturheilpraxis-pusch.de
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