Nebennierenerschöpfung - Naturheilpraxis Britta Pusch

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Wenn die Nebennieren eine Pause brauchen
Wenn die Nebenniere durch chronischen Stress ins Stolpern gerät
Die drei Hormon-Instanzen Schilddrüse, Geschlechtshormone und Nebenniere sind für unser tägliches Wohlbefinden unverzichtbar und beeinflussen sich nicht nur gegenseitig, sondern greifen in ihren Funktionen stark ineinander.
Hormontriade
Bild: ©Britta Pusch

Sie werden alle von Hypothalamus und Hypophyse im Gehirn gesteuert und stehen mit diesen über Rückkopplungsmechanismen im ständigen Austausch.
Kommt es bei einem dieser Hormonproduzenten zu Schwierigkeiten, können die anderen beiden das Gesamtsystem für eine gewisse Zeit noch am Laufen halten. Aber auch die stärksten Partner gehen irgendwann in die Knie, wenn die Balance im System nicht wieder hergestellt wird.
Bevor wir uns aber der Frage zuwenden, was passiert, wenn die Nebenniere durch chronischen Stress aussteigt, schauen wir uns einmal die Nebenniere, und was sie leistet, an.
Die Nebenniere – ein kleines Organ mit einer ordentlichen Portion Power
Je eine Nebenniere sitzt wie eine Art Zipfelmütze auf den oberen Polen der Nieren. Sie haben allerdings mit der Funktion der Nieren überhaupt nichts zu tun.
Während die Niere für unsere Entgiftung  sorgt, übernehmen die Nebennieren als endokrine (hormonbildende) Organe die Produktion von Hormonen und Neurotransmittern.  
Die Nebennieren bestehen aus zwei Teilen - dem Mark und der Rinde.

Bild: © Britta Pusch

Im Mark werden u. a. die Hormone Adrenalin und Noradrenalin produziert.
In der Rinde entstehen Aldosteron, Androgene und Cortisol.
Adrenalin und Noradrenalin sind zwei Hormone, die uns als Reaktion auf eine akute Belastungssituation eine kurzfristige Stressantwort ermöglichen.
Viele kennen sicherlich den Fall, wenn in einer „brenzligen“ Situation plötzlich das Herz bis zum Hals schlägt – wir sind sofort hellwach und voller Energie. Ist die Situation vorüber, werden diese beiden Hormone abgebaut und wir beruhigen uns wieder.
Aldosteron ist ein Hormon, das für den Wasserhaushalt und somit auch für die Blutdruckregulation wichtig ist.
Androgene sind die Vorstufen der Geschlechtshormone und werden über das Blut u. a. zu den Hoden und Eierstöcken (Ovarien) transportiert, um dort zu Testosteron oder Östrogen umgewandelt zu werden.
Cortisol ist ein Hormon, das nicht nur einen großen Einfluss auf unseren Stoffwechsel hat, sondern uns auch mit länger andauerndem Stress zurecht kommen lässt.
Cortisol wird tageszeiten-abhängig produziert, was bedeutet, dass es in den frühen Morgenstunden seinen höchsten Wert erreicht und wir somit bereit sind, den Tag zu beginnen. Im weiteren Tagesverlauf fällt es ab, um am Abend, wenn wir zur Ruhe kommen sollen, seinen Tiefstand zu erreichen.
Aber Cortisol kann bei länger andauerndem Stress auch vermehrt ausgeschüttet werden, um die erhöhte Belastung zu bewältigen. Daher gilt Cortisol auch als das wichtigste Stress-Hormon.
Wenn Stress zum Problem wird
Stress ist zunächst erst einmal nichts Schlechtes. Er ist vielmehr ein Phänomen, das wir benötigen, um produktiv sein zu können. Anspannung durch Stress hilft uns, sich weiter zu entwickeln, über sich hinaus zu wachsen und am Ende mit der Ausschüttung von Glückshormonen belohnt zu werden sowie Selbstvertrauen zu tanken.
Kippt die Sache mit dem Stress aber in die falsche Richtung - nämlich dann, wenn Stress in Belastung, Überforderung oder sogar Bedrohung ausartet – kann daraus schnell ein Zuviel und damit eine krankmachende Situation entstehen.
Was passiert im Körper, wenn der Stress das Zepter übernimmt?
In den meisten Fällen läuft die Belastung durch Dauerstress in mehreren Phasen ab. Zu Beginn ist eine Störung der Nebennierenfunktion durch nachweislich erhöhtes Cortisol gekennzeichnet. Im weiteren Verlauf zeigt sich eine Phase, in der Cortisol arhythmisch ausgeschüttet wird. Dies führt z. B. dazu, dass sich am Abend ein unphysiologisches Cortisol-Hoch zeigt und der Betroffene daher dann nicht zur Ruhe kommt. Bei weiterem Bestehen der Störung wird die Situation schließlich durch einen Cortisolmangel verschärft.
Welche Symptome können bei einer Störung der Nebenniere auftreten?
Anzeichen einer beginnenden Nebennierenstörung können u. a. Unruhe, Gereiztheit oder Herzrhythmusstörungen bzw. Extrasystolen sein. Die Patienten wirken möglicherweise getrieben oder beklagen sich einfach nur über zu viel Stress. Aber auch in dieser Phase können sich die Betroffenen bereits müde und erschöpft fühlen.
Mit Voranschreiten der Störung kann es  zu Beschwerden wie eine schlechtere Verträglichkeit von Stress, Einschlaf- oder Durchschlafstörungen, verfrühtem Erwachen, Energieloch am Morgen, Verdauungsstörungen oder auch vermehrtem Kaffeekonsum kommen. Zyklusstörungen, PMS, unerfüllter Kinderwunsch oder auch  Wechseljahresbeschwerden sind  möglich, da für die Bildung der Geschlechtshormone immer weniger Vorstufen zur Verfügung stehen, da diese in Cortisol umgewandelt werden, um den chronischen Stress zu bewältigen.  
Eine Unterfunktion der Schilddrüse ist möglich, da es bei veränderten Cortisol-Leveln zu einer verminderten Umwandlung bzw. Wirksamkeit von Schilddrüsenhormonen kommen kann. Darüber hinaus kann die Schilddrüse selber durch die Kompensation der Nebennieren-“Irrfahrt“ ebenfalls ermüden.
In der letzten Phase einer Nebennierenfunktionsstörung finden sich dann weitere Symptome wie Müdigkeit, Kraftlosigkeit und Erschöpfung – selbst viele Stunden Schlaf bringen keine Erholung. Ebenso können Schwindel, Konzentrations- und Merkfähigkeitsstörungen, Angst, Unruhe, Depressionen, Stimmungsschwankungen, Haarausfall, Schwitzen, Salzhunger, Vitamin- und Mineralstoffmängel, Verstopfung, Verdauungsstörungen, Muskelschmerzen und eine geschwächte Immunabwehr auftreten.
Am Ende steht schließlich eine massive Erschöpfung, da nun viel zu wenig Cortisol ausgeschüttet wird. Da wird das  morgendliche Aufstehen zu einer echten Herausforderung.
Die Nebennierenrindeninsuffizienz hingegen stellt eine echte Unterfunktion der Nebennierenrinde dar und wird auch als Morbus Addison bezeichnet. Diese kann durch einen Autoimmunprozess, Blutungen, Infektionen oder möglicherweise auch durch die lange Einnahme von Kortison ausgelöst werden. Da es sich hierbei um eine potentiell lebensbedrohliche Erkrankung handelt, gehört diese Erkrankung immer in die Hände eines Schulmediziners, da dieser nicht nur für die  Diagnostik Bluttests zur Bestimmung von Antikörpern, z. B. einen ACTH-Stimulationstest bis hin zu bildgebenden Verfahren im Bereich der Nebenniere durchführen kann, sondern auch die möglicherweise erforderliche Gabe von Kortison begleitet.
Was tun, bevor nichts mehr geht?
In einer ausführlichen Anamnese sollte, neben der Beleuchtung der körperlichen Beschwerden, das Augenmerk besonders auch auf den „Lifestyle“ gerichtet werden.
Wichtig sind hier die Identifikation der persönlichen Stressoren wie auch der Umgang mit ihnen.
Die Ordnungstherapie – insbesondere das Thema Schlafhygiene – nimmt bei solchen Patienten einen wichtigen Part ein. Die richtige Gestaltung der Zeit vor dem Zubettgehen soll dem Körper helfen, herunterzufahren und wieder zu lernen, auf Entspannung umzuschalten.
Die Ernährung ist gerade bei Nebennieren-Patienten ein besonderes Kapitel, da der Augenmerk hier auf die Kohlenhydrate und ihren richtigen Einsatz zu richten ist.
Vor der naturheilkundlichen Therapie  sollten sinnvoller Weise Labortest durchgeführt werden, die zuverlässig feststellen, in welcher Phase der Nebennierenfunktionsstörung sich der Patient/die Patientin befindet.
Hierzu können u. a. das Cortisol-Tagesprofil, der DHEA- sowie der Prolaktin-Wert, ein Cortisol-/Melatonin-Nachtprofil und ggf. noch Tests wie eine Stuhluntersuchung, ein Mineralstoff- und Vitaminstatus oder die Untersuchung auf Schwermetalle herangezogen werden.
Die Naturheilkunde bietet – je nach Stufe der Nebennierenfunktionsstörung – eine breite Palette an Wirkstoffen, die hier eingesetzt werden können.
Zum einen können Adaptogene hilfreich sein. Dies sind pflanzliche Stoffe, die eine cortisolausgleichende Wirkung besitzen.
Darüber hinaus lassen sich auch Wirkstoffe einsetzen, die eher eine stimulierende Wirkung auf die Nebenniere haben. Aber beim Einsatz dieser Substanzen ist Vorsicht geboten, da diese Stimulanzien, wenn die Ursachen der Nebennierenfunktionsstörung nicht behoben werden, die Situation eher noch verschärfen können.
Die Unterstützung mit Hormongaben in Form von Hydrocortison, selbst in kleinsten Dosen, sollte sehr sorgfältig abgewogen werden und eher zurückhaltend eingesetzt werden.
Homöopathika bzw. Komplexmittel, Spagyrik, Gemmomittel wie auch Schüßler Salze lassen sich in der Behandlung einer Funktionsstörung der  Nebenniere gut einsetzen.  

(Auszug aus Artikel "Wenn die Nebennieren schlapp machen", Verfasserin: Britta Pusch; erschienen in Weg zur Gesundheit, Mai/Juni2020)
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